Capsaicin

Capsaicin

Capsaicin ist ein natürlich vorkommendes Alkaloid. Durch die Wirkung auf spezifische Rezeptoren ruft es einen Hitze- oder Schärfereiz aus. Auf diese schmerzhafte Reizung reagiert der Organismus mit einer vermehrten Durchblutung des Gewebes und der Ausschüttung von Endorphinen, die ein Glücksgefühl auslösen – das sogenannte „Pepper-High“.

Strukturformel von Capsaicin

Vorkommen und Vertreter

Capsaicin ist hauptsächlich in Chilis enthalten. Es findet sich vorwiegend in den Beeren der Chilipflanzen. Vorwiegend befindet sich das Capsaicin im Plazentagewebe der Chilis und nicht wie oft irrtümlich angenommen wird in den Samen.

Capsaicin und andere Schärfeempfinden auslösende Stoffe werden als Capsaicinoide bezeichnet.

Eigenschaften

Capsaicinoide sind farblos und relativ temperaturstabil. Sie werden durch Kochen oder Einfrieren nicht zersetzt, aber sind fett- und alkohollöslich. Jedoch lösen sie sich nicht in Wasser, weshalb der Griff zum Wasserglas nach zu scharfem Essen meistens die Symptome noch verschlimmert, da sich die Capsaicinoide dadurch im ganzen Mund- und Rachenraum verteilen. Am Besten helfen gegen das übermäßige Brennen Milchprodukte, Olivenöl oder hochprozentiger Alkohol.

Capsaicin hat eine antibakterielle und fungizide Wirkung und wirkt konservierend.

Verwendung und Umgang

Die durchblutungssteigernde Wirkung von Capsaicin wird in der Medizin in Form von Wärmepflastern eingesetzt. Aber auch in vielen anderen Bereichen kommt Capsaicin oder Capsaicinoide zum Einsatz.

Verwendung als Antibiotikum

Capsaicin hat neben der Wirkung auf unseren Körper auch antibiotische Eigenschaften. So tötet es z.B. bakterielle Krankheitserreger und Pilze ab und wirkt desinfizierend. In heißen und tropischen Regionen (z. B. Fernost, Afrika, Mittelamerika) wird traditionell scharf gegessen, um bakteriellen Erkrankungen des Verdauungstraktes vorzubeugen.

Verwendung in der Medizin

Capsaicin wird bei Muskelschmerzen und -verspannungen als Creme, Salbe und Pflaster verwendet, aber auch bei Gelenkschmerzen, rheumatischen Beschwerden und neuropathischen Schmerzen äußerlich angewendet. Als Nebenwirkungen können Reaktionen wie z.B. Brennen und Hautrötungen auftreten.

Verwendung als Reizstoff

Capsaicin wird auch als Reizstoff in Pfefferspray eingesetzt. Genauer gesagt der Chiliextrakt Oleoresin capsicum. Dieser Reizstoff wird als „Waffe“ zur Selbstverteidigung eingesetzt. In Nordamerika werden capsaicinoidhaltige Sprays z.B. zur Verteidigung bei Angriffen durch Braunbären empfohlen.

In Deutschland fallen diese Pfeffersprays unters Waffengesetz, weshalb die Reichweite und Sprühdauer begrenzt ist.