Chilianbau

Chilianbau

Saatgut

Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten um Chilisamen zu kaufen. Leider gibt es im Internet aber viele unseriöse Anbieter. Bei Händlern, die über Ebay oder Amazon Saatgut vertreiben gibt es oft Probleme mit der Sortenreinheit, der Frische des Saatguts usw.

Zuverlässige Quellen sind z.B. Semillas, Pepperlover oder Chilifee.

Aussaat

Chilisamen keimen am Besten bei einer Temperatur zwischen 25 und 30°C. Um die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu halten eignet sich ein Minigewächshaus mit Heizmatte und Thermostat. Alternativ kann man auch in Töpfen aussäen, diese abdecken (Folie, Glas...) und möglichst gleichmässig warm halten.

Das Substrat, welches zur Keimung verwendet wird ist relativ beliebig. Man kan hierfür z.B. Anzucht-/Kräutererde, Kokoserde, Seramis, Steinwollwürfel oder Quelltabs verwenden.

Vorsicht: Torfquelltabs neigen dazu, schnell zu schimmeln!

Die Aussaattiefe sollte in etwa 1cm betragen.

Bei der Keimbeutelmethode sieht man am schnellsten, ob die Keimung erfolgreich war. Hierfür werden die Samen auf einem feuchten Stück Zellstoff (z.B. Küchenkrepp) in einen luftdichten Behälter gegeben. Dafür eignen sich Gefrierbeutel (Zip-Bags), kleine Dosen oder Ähnliches.

Aussaattermin

Aussaat unter Kunstlicht

Bei der Anzucht mit Kunstlicht kann man schon im Herbst mit der Aussaat beginnen. Man sollte aber dabei das Platzbedürfnis nicht unterschätzen!

Aussaat bei Tageslicht

Sofern helle Fensterplätze vorhanden sind, ist eine Aussaat ab Ende Januar/Anfang Februar möglich, ohne daß die Pflanzen zu sehr 'spargeln'. Bei vielen Sorten (vor Allem der Art C.annuum) ist auch bei einer Aussaat im Mai noch eine gute Ernte möglich.

Pikieren/Umtopfen

Chilikeimlinge sind recht robust, daher kann man sie problemlos früh pikieren. Beim Umtopfen sollte man nicht zu lange warten, da ansonsten das Wachstum eingebremst werden kann.Sobald der Topf halbwegs durchwurzelt ist, sind sie bereit für die nächste Topfgrösse. Es sollten sich nicht zu viele Ringwurzeln bilden (ggf. diese etwas auflockern/anreissen).

Substrat

Grundsätzlich eignet sich für Chilis ganz normale Gemüse- oder Tomatenerde. Diese kann man noch etwas auflockern, indem man z.B. Perlite, Blähton, Seramis, Sand, Kokosfasern untermischt.

Topfgrösse

Die Grösse für die Endtöpfe hängt etwas von der Art bzw. Sorte ab.

Rocoto-Sorten (C. pubescens) sind z.B. sehr starkwüchsig und brauchen viele Nährstoffe, diese Art freut sich über jeden zusätzlichen Liter Erde. Wohingegen kleinwüchsige Sorten (z.B. Bonsai­ Chili, Zierchilis...) auch gut mit kleinen Töpfen ab 1 Liter Volumen klar kommen. Die meisten Sorten gedeihen gut in Töpfen zwischen fünf und zwölf Litern, wenn sie genügend Nährstoffe bekommen. Nach oben ist natürlich immer Luft...

Giessverhalten

Chilis mögen keine Staunässe oder ständig nasses Substrat, d.h. das Wasser sollte gut ablaufen können. Eine Ausnahme bilden hier die Rocotos (C. pubescens), diese kommen in der Regel gut mit viel Wasser zurecht. Im Optimalfall ist die Erde durchgehend feucht (nicht nass!). Die Erdoberfläche sollte immer wieder abtrocknen können. Um besser abschätzen zu können, wie trocken die Erde im Topf ist kann man diesen von Zeit zu Zeit anheben.

Dünger

Chilis sind Starkzehrer, d.h. sie gedeihen am Besten, wenn sie immer genügend Nährstoffe zur Verfügung haben. Man kann dies über die Beimischung von Kompost erreichen, bzw. einem Langzeitdünger (z.B. Basacote 6M/9M). Etwas aufwändiger ist regelmässiges Düngen über das Giesswasser (z.B. mit Hakaphos Nährsalzen).

Grundsätzlich eignet sich aber auch ganz normaler Tomaten­ oder Gemüsedünger (z.B. Bio Trissol).

Faustregel für das Nährstoffverhältnis: N-P-K 2:1:3

Rocotos vertragen deutlich mehr Dünger als die der anderen Arten. Hier kann man auf das 1,5-2-fache der empfohlenen Dosierung gehen.

Wichtig:

Es sollte niemals gedüngt werden, wenn die Erde komplett durchgetrocknet ist. Hier besteht große Gefahr eines Wurzelschadens durch 'Verbrennung'. Sollte die Erde zu trocken sein, einfach leicht mit normalem Giesswasser giessen, eine Zeitlang abwarten und dann erst düngen.

Freilandanbau

Chilis können im Freiland vollsonnig gestellt werden, sie gedeihen aber auch im Halbschatten.

Sonnengewöhnung

Chilis, die hinter Glas vorgezogen werden, müssen unbedingt schonend an die UV-Strahlung gewöhnt werden, da ansonsten die Blätter 'verbrennen'. Die Pflanzen sollten zunächst nur kurz in direktes Sonnenlicht gestellt werden und den Rest des Tages im Halbschatten verbringen (auch da bekommen sie – reflektiertes -  UV-Licht ab). Die Dauer der Sonnenbäder kann dann langsam gesteigert werden.

Bei lange anhaltenden Regenperioden empfiehlt es sich die Töpfe abzudecken oder die Pflanzen geschützt zu stellen.

Chilis können auch ins Beet gesetzt werden, die meisten Sorten gedeihen aber besser in Topfkultur.

Ernte

Der ideale Erntezeitpunkt für Chilis ist einige Tage, nachdem sich die Früchte komplett umgefärbt haben. Ausnahmen sind Sorten, die schon in grünem Zustand geerntet werden (z.B. Jalapeños, Thai Chilis und Pimientos de Padrón). Diese können geerntet werden, sobald die Chilis ihre Endgröße erreicht haben. In Spanien werden Pimientos de Padrón sogar noch eher geerntet. So sind die Samen noch nicht voll ausgebildet, was angenehmer beim Verzehr ist.